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Stand
30.08.2017

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Sept - November 2017

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DIE KIRCHEN ODERNHEIMS (chronologischer Abriß)
Unser Dorf Odernheim wurde vermutlich als früh-fränkische Siedlung im 5. oder 6. Jahrhundert gegründet. Schon in dieser Zeit gehörte das Land um den Disibodenberg zum Erzbistum Mainz. Unsere Vorfahren pilgerten viele Jahrhunderte zum Gottesdienst auf den Klosterberg. Ein Überbleibsel aus dieser Zeit ist der Straßenname „Kirchberg"! Im Folgenden soll versucht werden, einen chronologischen Abriß der Kirchengeschichte Odernheims wiederzugeben.
975
Neben anderen umliegenden Dörfern gehörte auch unsere Gemeinde zum „Kirchspiel" Sobernheim, d. h. wir waren zur Sobernheimer Kirche baupflichtig.
1253
In einem Tauschgeschäft zwischen dem Erzbistum Mainz und dem Chorstift „Unserer lieben Frau zu den Staffeln" wird in Odernheim eine Kapelle erwähnt. Sie stand möglicherweise dort, wo sich das heutige Gemeindehaus befindet.
1336
Die schon 1253 erwähnte Kapelle „Kyrche bi deme heyligen Cruce" wird gerichtlich beurkundet. Zu ihrem Besitz gehörten zwei Morgen Ackerland und ein Weinberg.
1342
Auf dem Kloster Disibodenberg wird eine Pfarrkirche „St. Nikolaus" erwähnt, zu der jetzt eindeutig unser Dorf gepfarrt war. In Odernheim gab es wahrscheinlich schon eine Kirche (Nebenkirche, Kapelle), denn schon 1287 wird ein Pfarrer genannt.
1346
Der damalige Pfarrer (Pleban) unterstand der Mutterkirche St.Nikolaus auf dem Disibodenberg.
1360
In einem Weistum wird wieder die „Capellen des heiligen crucisin der stat, die man nennet Waltodernheim" erwähnt.
13./14. Jh.
In dieser Zeit gab es auch eine Feldkapelle in der Odernheimer Gemarkung, das „Sankt-Annen-Häuslein". Ihr Standort ist nicht bekannt. Nach der Reformation dürfte diese Kapelle schnell verfallen sein.
1555
Im Augsburger Religionsfrieden erhielten die Landesherren das Recht, den Glauben ihrer Untertanen zu bestimmen. (Wie der Herr, so's Gescherr!). Herzog Wolfgang von Zweibrücken trat zur Lehre der Reformation über.
1559
Das Kloster Disibodenberg wurde aufgehoben. Alle Besitzungen wurden der Kirchenschaffnei in Meisenheim übertragen. Mit den Erträgen wurden Schulen, Kranken- und Altenhäuser unterhalten. Der letzte Abt des Klosters, Peter von Limbach, nahm den evangelischen Glauben an und wurde Pfarrer in Odernheim. 1568 Peter von Limbach starb am 17. Juni. Zu dieser Zeit dürften die meisten Odernheimer dem reformierten Bekenntnis angehört haben.
1609
Es fand eine Kirchenvisitation statt, bei der Gemeinde- und Kirchenvertreter fast vier Gulden verzehrt haben (heutiger Wert: etwa vier Schafe!).
1618-1648
In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges litt auch unser Dorf Odernheim. Vom reformierten Pfarrer Scheib sind Aufzeichnungen vorhanden (bis 1631)
— Wegen der spanischen Soldaten wurden die Kinder zu Hause getauft.
— 1620 fand eine Hochzeit in der Klosterkirche auf dem Disibodenberg statt.
— Odernheim war Zufluchtsort vertriebener Protestanten aus der Umgebung (vgl. Odernheimer Chronik, S. 85-88).
1710
Auf Betreiben des lutherischen Schaffners (Verwalter des Klosterbesitzes) — er hieß Knodt — entstand eine lutherische Kirchengemeinde. Sie fordete von den Reformierten, ihre Gottesdienste in deren Kirche abhalten zu dürfen. — Vielleicht ist hiermit die alte Kirche zum heiligen Kreuz gemeint. Die Katholiken zählten zu dieser Zeit zur Pfarrei Meisenheim.
1722
Reformierte Bürger Odernheims wurden „wegen der neu zu erbauenden Kirche vorstellig bei dem Herrn Präsidenten zu Meisenheim, als der Herzog da war".
1738
Bau unserer heutigen Kirche! Der alte Kirchenbau (auf dem Platz der „Alten Schule") wurde den Lutheranern überlassen.
1748
Dem Benediktinerorden gelang es nicht, die Klosterruine mit der zerstörten Kirche in seinen Besitz zu bekommen, weil sie von dem Klosterschaffner und Odernheimer Bürgern vertrieben wurden.
1768
Durch den sogenannten „Selz-Hagenbacher-Austauschvertrag" kam unser Städtchen mit seinen 710 Einwohnern zur Kurpfalz und wurde dem Oberamt Kreuznach unterstellt.
1774
Das Oberamt Kreuznach forderte vom Odernheimer Stadtgericht ein Gesamtverzeichnis der Situation der Stadtgemeinde. Hierbei wurden u. a. eine reformierte und eine lutherische Kirche und die jeweils dazugehörigen Pfarrhäuser und Schulen aufgeführt (vgl. Chronik, S. 144/145).
1807
Die jetzige Kirche erhielt neue Fenster.
1810
Eine Flurkarte mit reformierter und lutherischer Kirche wird erstellt (ohne Turm).
1818
Vereinigung von Reformierten und Lutheranern zur „Union"!
1830
Die Kirchengemeinde trat die sehr baufällig gewordene alte Kirche an die politische Gemeinde ab, nachdem schon 1821 die Orgel herausgenommen worden war. Die Kirche wurde abgerissen und an deren Stelle die „Alte Schule" — unser heutiges evangelisches Gemeindezentrum — errichtet.
1856
In diesem Jahr wurde Pfarrer Zorn nach Odernheim berufen, nachdem sein Vorgänger strafversetzt worden war. Dieser hatte eine Katholikin zur Frau, vielleicht ein Mitgrund, der zur Versetzung geführt hatte.
1865
Die Kirche erhielt wiederum neue Fenster, jetzt mit farbigem Glas was das Innere düster machte.
1903
Bei einer bayerischen Landesvermessung war seltsamerweise der Kirchturm unserer Kirche als Eigentum der politischen Gemeinde eingetragen. Als 1903 das Grundbuch für Odernheim angelegt wurde, veranlaßte der damalige Pfarrer Hofer, daß der Turm der Kirchengemeinde wieder zurückgegeben wurde.
1907
Als der Verputz der Außenmauern herunter geschlagen wurde, hoffte man, Steine vom Kloster Disibodenberg zu finden. Bei der Reparatur des Turmes fand man lediglich an der Ostwand einen Stein mit einer nicht deutbaren Inschrift und der Jahreszahl 1702.
1962-1964
Die Kirche wurde innen restauriert, das Hauptportal von der Ostseite an die Westseite verlegt. Pfarrer Niemann berichtet, daß das Portal das Grabmal der Pfalzgräfin Christine sein sollte, das nach ihrem Tod 1619 nicht benutzt wurde.
Im 19. Jahrhundert wurde es in die reformierte Kirche eingebaut.
1988
Aus Anlaß der 250-Jahr-Feier unserer Kirche wird der Innenanstrich erneuert
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Pfarrer Schulz-Klinkenberg, Protestantische Kirchengemeinde Odernheim am Glan, D-55571 Odernheim Tel.: 06755-241,  E-Mail: pfarramt.odernheim@evkirchepfalz.de